Herr Richter, Sie sind Life Science Application Manager von Nanoscribe und promovierter Biophysiker. Welche Motivation haben Sie, als Speaker beim InnovationLab-Workshop „Organ-on-Chip“ dabei zu sein?
Benjamin Richter: Als Biophysiker fasziniert mich besonders, wie Technologien das Potenzial haben, die Lebenswissenschaften verändern zu können. Organ‒on‒Chip ist dabei ein besonders spannendes Feld, weil damit biologische Prozesse direkt im Labor realitätsnah nachgebildet werden können. Bei Nanoscribe entwickeln wir innovative 3D‒Druckverfahren, mit denen diese Chipsysteme noch präziser und vielseitiger hergestellt werden können. Als Referent beim InnovationLab‒Workshop möchte ich unser Know‒how weitergeben, zeigen, was fertigungstechnisch im Nano‒ und Mikrometerbereich möglich ist, neue Impulse geben und zugleich erfahren, welche Herausforderungen andere Forscher aus Wissenschaft und Industrie beschäftigen. Gemeinsam können wir so die Zukunft der personalisierten Medizin entscheidend mitgestalten.
Warum ist das Thema OoC aus Ihrer fachlichen Perspektive der Mikrofabrikation, Biofunktionalisierung und der 3D‒Mikrostrukturen gerade jetzt so relevant?
Richter: Organ‒on‒Chip (OoC) ist derzeit ein besonders vielversprechendes Thema, da wir heute technisch in der Lage sind, biologische Systeme naturgetreuer als je zuvor nachzubilden. Mit Hilfe moderner 3D‒Mikrofabrikation lassen sich feinste Strukturen fertigen, die exakt die Umgebung menschlicher Zellen und Gewebe simulieren. Zusätzlich können wir diese Strukturen gezielt biofunktionalisieren, um biologische Prozesse authentisch abzubilden. So lassen sich Arzneimittelwirkungen besser vorhersagen, Tierversuche reduzieren und die personalisierte Medizin vorantreiben. Diese Kombination aus Mikrofabrikation und Biofunktionalisierung macht OoC zu einem entscheidenden Baustein für zukünftige medizinische Innovationen.