iL‒AKTUELL
11. März 2025
Friedemann Loos über OoC: „Genauere und schnellere Ergebnisse“
Einer der thematischen Schwerpunkte wird beim LIFE SCIENCE TECH DAY am 29. April eine Paneldiskussion (Thema: „Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie: Innovationen in der personalisierten Medizin beschleunigen“) mit vier Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und Industrie sein, die Dr. Friedemann Loos vom bioRN Life Science Cluster aus Heidelberg leiten wird.
Wir sprachen im Vorfeld mit dem Innovation Manager von bioRN. Loos verfügt über zahlreiche nationale wie internationale Kontakte in der personalisierten Medizin und ist seit Juli 2024 maßgeblich in das EU‒Forschungsprojekt PRECISEU involviert, das 25 Projektpartner aus elf europäischen Ländern umfasst.
Herr Loos, welche Motivation haben Sie, am InnovationLab‒Workshop „Organ‒on‒Chip“ als Repräsentant des Life Science Clusters bioRN und Moderator der Paneldiskussion in Heidelberg dabei zu sein?
Friedemann Loos: Meine Motivation liegt darin, die neuesten Entwicklungen und Anwendungen der Organ‒on‒Chip‒Technologie zu diskutieren und zu fördern. Diese Technologie hat das Potenzial, die Art und Weise, wie wir Krankheiten modellieren und Medikamente entwickeln, zu revolutionieren.
Sie sind Molekularbiologe, Experte in Life Sciences und Netzwerker. Warum ist das Thema OoC aus Ihrem umfassenden Blickwinkel gerade jetzt so relevant?
Loos: Diese Technologie ermöglicht es, komplexe physiologische Prozesse auf Mikrochips nachzubilden, was zu genaueren und schnelleren Ergebnissen in der Arzneimittelentwicklung und Krankheitsmodellierung führt. Sie bietet auch eine ethische Alternative zu Tierversuchen und unterstützt personalisierte medizinische Ansätze.
Netzwerker und Moderator der Paneldiskussion beim LIFE SCIENCE TECH DAY am 29. April: Dr. Friedemann Loos vom bioRN Life Science Cluster. Bild: bioRN
„Mikrofluidik und 3D‒Printing sind eng mit OoC verflochten“
Welche Überschneidungspunkte gibt es zwischen OoC, personalisierter Medizin, Mikrofluidik und 3D‒Printing welche technologischen Hürden sind dabei zu meistern?
Loos: Mikrofluidik und 3D‒Printing sind eng mit OoC verflochten, sie müssen zusammen gedacht und genutzt werden, um dann Lösungen für die personalisierte Medizin zu entwickeln. Das große Versprechen der Nachbildung physiologischer Bedingungen auf Zell‒, Organ‒ oder gar Organismuslevel ist sicher die größte technologische Hürde.
Können Sie uns Beispiele erfolgreicher Umsetzungen von OoC‒Technologien in der Industrie und im Klinikalltag nennen?
Loos: Das für mich klarste Zeichen der erfolgreichen Umsetzung ist die zunehmende Akzeptanz von OoC bei globalen Pharmafirmen, zum Beispiel Roche oder Bayer, in der ganzen Entwicklung von Target Identification über Pharmakokinetik und dynamik bis hin zur präklinischen Sicherheit und auch klinischen Entwicklung.
Spannendes und gut besuchtes Veranstaltungsformat: Friedemann Loos beim bioRN Lounge im Urban Kitchen in Heidelberg. Das monatlich stattfindende Netzwerktreffen bringt die Mitglieder des Life Science Clusters regelmäßig zusammen. Bild: bioRN
Was ist Ihr persönlicher Zugang zum Thema?
Loos: Von Haus aus bin ich Molekularbiologe und habe als PhD‒Student viel mit der Differenzierung von Stammzellen gearbeitet, um Gewebe funktionell und unter physiologischen Bedingungen zu untersuchen. Als Innovation Manager bei bioRN sehe ich in der Organ‒on‒Chip‒Technologie großes Potenzial für die Arzneimittelentwicklung und personalisierte Medizin.
Und wie hoch ist Ihr Wissens‒ und Netzwerkbedarf beim Workshop der iL im Hinblick auf Organ‒on‒Chip?
Loos: Ich bin sicher kein Experte, erhoffe mir aber neue Impulse und Gespräche, besonders im Hinblick auf neue Kontakte für das europäische Flagship‒Projekt PRECISEU, bei dem es generell darum geht, die personalisierte Medizin in Europa auszurollen.
Zur Person
Friedemann Loos promovierte zum Thema Transkriptionsregulation und Genome Engineering 2015 am Erasmus Medical Center in Rotterdam. Anschließend forschte er als Postdoc am Institute Gustave Roussy in Paris an der Schnittstelle von Immuno‒Onkologie und Autophagie und fungierte als Manager des LabEx Immuno‒Oncology, einem hochrangigen französischen Forschungskonsortium. Weiterhin war er bei der Research Executive Agency der Europäischen Kommission aktiv, wo er ein Projekt zur Förderung disruptiver Innovationen begleitete.
Seit Januar 2019 arbeitet Friedemann Loos für das bioRN Life Science Cluster, wo er den Transfer von Forschung unterstützt, zum Beispiel im Rahmen des EU-Projekts PRECISEU, und bei der Bewertung neuer wissenschaftlicher Entwicklungen hilft.
Über bioRN
Das bioRN Life Science Cluster gründet Initiativen, um die regionalen Innovationsakteure zu verbinden und die Kontakte zwischen den rund 160 Mitgliedern zu pflegen und auszubauen. BioRN fördert auch Verbindungen zu anderen Innovationsregionen weltweit und steht für die Förderung und Sichtbarkeit der Life‒Science‒Region auf nationaler und internationaler Ebene. Das Cluster agiert als neutraler Akteur und unterstützt organisationsübergreifende Programme und Initiativen, die die Life‒Science‒Region als Ganzes voranbringen. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie bietet bioRN Übersetzungsunterstützung, insbesondere durch Nutzung der einzigartigen Kombination aus globaler Pharmaindustrie und führenden akademischen Einrichtungen in der Metropolregion Rhein‒Neckar.
Informationen zum LIFE SCIENCE TECH DAY
Weitere Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung gibt es auf unserer Webseite unter
https://www.innovationlab.de/life‒science‒tech‒day‒2025
Die Registrierung endet am 22. April, eine Woche vor dem Workshop am 29. April. Für Catering ist in den Räumlichkeiten „iL.Connect.Space“ von InnovationLab gesorgt.
Joachim Klaehn
Head of Communications
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