Liu: Die größte Herausforderung in der Translation ist, dass exzellente Wissenschaft allein nicht ausreicht. Um echte Wirkung für Patientinnen und Patienten zu erzielen, braucht es ein außergewöhnliches Team, starke Partner und die Ausdauer, Skepsis und Rückschläge zu überwinden – denn der Weg von einer Technologie aus dem Labor in die Praxis ist immer schwierig, selbst wenn das Konzept überzeugend ist. Man muss Kooperationspartner, Industrie, oft sogar die eigene Organisation überzeugen und strukturelle Hürden überwinden.
Wir konzentrieren uns jedoch nicht darauf, uns zu beklagen – sondern darauf, wie wir es möglich machen können. Indem wir die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen: ein starkes Team aufbauen, umfangreiche Netzwerke etablieren und das Heidelberger Umfeld intelligent nutzen – einschließlich des DKFZ, lokaler Innovationsstrukturen wie dem InnovationLab sowie der erstklassigen Neuroonkologie-Landschaft auf dem Heidelberger Campus.
Wir tun das, weil die Chance enorm ist. Das europäische Innovationsökosystem entwickelt sich stetig weiter, und Orte wie Heidelberg bieten einzigartige Vorteile: erstklassige Krebsforschung, starke klinische Netzwerke und ein schnell wachsendes Innovationsumfeld. Historisch hat diese Region herausragende Unternehmen und wirkungsvolle Technologien hervorgebracht – getragen von talentierten, entschlossenen Menschen. Ich glaube, wir stehen erneut an einem Wendepunkt und haben die Möglichkeit, die Krebsforschung und -therapie der kommenden Jahrzehnte entscheidend mitzugestalten.