Thema, Team und offene Atmosphäre am iL passten, als eine der ersten Doktorandinnen und Doktoranden genoss sie unter dem damaligen Gruppenleiter Michael Kröger die Promotionszeit. Gemeinsam mit den Universitäten aus Darmstadt, Braunschweig und Karlsruhe tüftelten die „Heidelberger“ an der Ausgestaltung ihres Forschungskosmos. „Wir wollten unser Superlabor aufbauen“, berichtet Rebecca Saive lächelnd, „und wir hatten die Anwendungen bereits im Hinterkopf.“
Mit vereinten Kräften wurde in den weitgehend noch leeren Räumen gewerkelt – Löcher mussten gebohrt, Gasleitungen zusammengeschraubt, Rohre verlegt werden. Es klingt nach hoher Improvisationskunst und einem Maß an Pioniergeist, was Teammitglieder mit intrinsischer Motivation und Stolz ans Tageswerk gehen lässt. Firmen wie BASF, Merck und Heidelberger Druckmaschinen waren vor Ort, der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fand zwangsläufig statt. Täglich, ungezwungen, unmittelbar. „Wir haben an einem großen Experiment gearbeitet. Durch verschiedene Professoren gab es sehr viel Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Freiraum. Sich alles selbst definieren zu können, ist einfach großartig“, konstatiert sie demütig.
Dies sieht Rebecca Saive heute noch so. Die Freiheit, Forschungsgebiete mit einem „Out‒of‒the‒Box‒Denken“ für sich und andere zu erobern, zieht sich wie ein roter Faden durch diese junge, konsequent beschrittene Karriere. Durchs Elternhaus in Ludwigshafen‒Ruchheim geprägt, Mutter und Vater sind von Beruf her Chemiker, bewahrt sich Rebecca eine kindliche Neugierde. Sie ist stets eine Vorzeigeschülerin und ‒studentin. Ehrgeizig, zielorientiert und bei Bedarf sehr hartnäckig. Bestes Beispiel: Ans Caltech nach Kalifornien lädt sie sich quasi selbst ein. „Ich habe versucht, den Fuß in die Tür zu bekommen“, berichtet sie, „wissenschaftliche Koryphäen werden von jedem angesprochen.“ Sie reist also nach Pasadena, stellt sich Professor Harry Atwater persönlich und proaktiv vor, hält einen überzeugenden Vortrag und bekommt eine Arbeitsstelle, so dass sie sich als Postdoc mit Grenzflächen von inorganischen Solarzellen beschäftigen kann.