Und welches Alleinstellungsmerkmal hat FLEXOO als Spezialist in Sachen flexibler Sensoren?
Kröger: Es gibt in diesem Bereich kein Unternehmen, das eine solch performante Gesamtlösung, bestehend aus flexiblen gedruckten Sensoren, Elektronik als Schnittstelle und Software, auf dem Markt anbietet. Mit leistungsfähig meine ich auf der einen Seite die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Sensoren, zum Beispiel unsere Prime Mode Sensoren, und auf der anderen Seite die Variabilität, auf einer Plattform‒Lösung unterschiedliche Parameter wie Druck, Temperatur, Feuchte, Gasdetektion etc. unterzubringen. Hinzu kommt, dass das Team allein im letzten Jahr 15 Erfindungen zur Anmeldung gebracht hat, so dass der technologische Vorsprung noch wächst. Jetzt geht FLEXOO in die Skalierung und hat die Produkt‒Technologie auf eine extrem wettbewerbsfähige Rolle‒zu‒Rolle‒Produktion übertragen.
Größer und ganzheitlicher gedacht: Welche Hoffnungen und Erwartungen haben Sie für die Zukunft des Innovationsökosystems in der Metropolregion – und welche Rolle kann hier iL einnehmen?
Kröger: Baden‒Württemberg und auch die Metropolregion befinden sich in einem Umbruch. Traditionelle Industrien und Technologien stehen unter Druck wie etwa die Chemische Industrie beziehungsweise werden verschwinden wie beispielsweise PKWs mit Verbrennungsmotoren. Wir müssen diesen Wandel aktiv gestalten und nicht an alten Gewiss‒ und Gewohnheiten festhalten, wenn wir unseren Wohlstand wahren und gesellschaftlichen Zusammenhalt wieder stärken wollen. Innovationsgeist und ‒freude entsteht dann, wenn Erkenntnis von der Wissenschaft in die praktische Umsetzung übertragen wird. Da haben wir in der Metropolregion eine enorme Dichte und kurze Wege. Neue Technologien müssen dabei den Menschen dienen ‒ auch den Menschen in der Metropolregion ‒ und Probleme lösen. InnovationLab hilft dabei, aus Erkenntnissen Lösungen zu bauen und diese zu skalieren. Unsere neue Zielrichtung bringt Wissenschaftler, Mediziner, Ingenieure, Unternehmertypen insbesondere an der Schnittstelle, Materialien, Medizin und KI zusammen, um hier Problemlösungen zu entwickeln und dann schlussendlich zu vermarkten. Dabei bauen wir auf das, was wir im Bereich Innovationsmanagement und Technologie‒Transfer in mehr als 15 Jahren gelernt und bewiesen haben, sehen uns aber grundsätzlich in einem starken Ökosystem mit kompetenten Partnern und Institutionen. Zukunft entsteht durch Zusammenarbeit.
Letzte Frage: Was genau würden Sie sich von der Politik der Merz‒Regierung in Berlin wünschen, um die deutsche Wirtschaft in Schwung zu bringen?
Kröger: 2026 ist eine neue Chance, alles richtig zu machen. Entscheidungen zu treffen. Jeden Tag. Zum Wohle des Landes und seiner Menschen. Wer das als Regierung macht und sich nicht von Populismus, Opportunismus und Verlustängsten treiben lässt, macht alles richtig.