Boj: Die Überführung eines akademischen Durchbruchs in eine industrieakzeptierte Plattform war eine äußerst spannende Reise. In den Anfangsjahren von HUB investierten wir viel Energie in den Aufbau „lebender“ Biobanken, die zahlreiche Patientinnen und Patienten – insbesondere im Bereich der Onkologie – repräsentierten. Als Ausgründung aus dem Labor, in dem die Technologie entwickelt wurde, verfügten wir über das nötige Wissen und die Expertise, um selbst Experimente und Assays durchzuführen – daraus entwickelte sich schließlich unser Servicegeschäft. Das führte frühzeitig zu Gesprächen mit Industriepartnern: Zunächst, um deren Anforderungen an patientenabgeleitete Organoid-Assays zu verstehen, und anschließend, um unsere Prozesse entsprechend anzupassen.
Wissenschaftlich investierten wir stark in die Definition standardisierter Kulturbedingungen. Dazu gehörte das systematische Testen und Validieren hochwertiger Reagenzien – Wachstumsfaktoren, Inhibitoren und andere Schlüsselkomponenten –, um eine zuverlässige Expansion verschiedener Organoid-Modelle sicherzustellen. Organisatorisch führten wir Qualitätssysteme, robuste Prozesse, klare Dokumentation (Laborhandbücher, SOPs) und Trainingsprogramme ein, um Reproduzierbarkeit zu garantieren. Für die Skalierung mussten wir schließlich unsere Workflows ganzheitlich neu denken – von der Biobank über die Assay-Entwicklung bis hin zum Screening –, damit Organoide mit der von der Industrie erwarteten Konsistenz produziert, charakterisiert und getestet werden konnten. All dies war nur dank enger Zusammenarbeit zwischen den Teams aus Forschung, Qualität, Operations und Business Development sowie langjährigen Partnern möglich.